Haus Samson

Leer (Ostfriesland)

Das Amsterdamer Giebelhaus "Haus Samson" schmückt seit 1643 die Atstadt von Leer. Im Hause befinden sich heute die Weinhandlung Wolff und ein Museum zur ostfriesischen Wohnkultur.

Warum das Haus nach der Symbolfigur für übermenschliche Kraft aus dem Alten Testament „Samson“ heißt, ist nicht zu erklären. Da der Baumeister Vingboom aus den Niederlanden kam und es dort schon immer Sitte war, Häusern Namen zu geben, kann man annehmen, dass es schon beim Richtfest so getauft wurde. Nach der Inschrift unter dem Gesims entstand es 1643 und hat das Amsterdamer Giebelhaus des Frühbarocks zum Vorbild. Auch wenn viele Generationen dem Haus immer wieder Veränderungen zugefügt haben, kann man es heute noch als das schönste Haus Leers betrachten. Die Fassade aus dunkel gebranntem Backstein wird durch die weißen Fensterrahmen und die grünen Läden im Untergeschoss belebt. Die  barocke Tür hat ein filigran verziertes Oberlicht wurde später eingefügt. Der Giebel hat den sprechenden Namen „Perückengiebel“, denn er ähnelt mit seinen kunstvoll aus weiß getünchtem Sandstein gehauenen Akanthusblättern einer vom Haupt an den Seiten herabwallenden gepuderten Barockperücke. 1800 kam das Haus, das vorher ein Tabakhändler und ein Kuchenbäcker innehatten, in Besitz der Familie Wolff, die hier seitdem ihre Weinhandlung betreibt. Auf die Stammmutter der Familie weist das sprechende Wappen mit Fisch und Ring unter dem linken Fenster hin. Sie war nämlich eine geborene Vissering. Warum unter dem rechten Fenster das Bruchstück eines Inschriftensteines mit Datum 1560 vom reformierten Pfarrhaus, das einst in der Straße Westerende stand, eingemauert ist, ist rätselhaft. Während im Untergeschoss die Weinhandlung betrieben wird und im ersten Stock die Verwaltung der Firma Wolff ihren Sitz hat, die auch eine Spirituosenfabrik betreibt, ist im ehemaligen Speicher ein sehenswertes privates Museum zur ostfriesischen Wohnkultur eingerichtet. In den 50er Jahren wurde es von Claas Wolff gegründet, der mit Spürsinn in Ostfriesland kulturgeschichtlich und volkskundlich wertvolle Gegenstände zusammentrug und sie so für die Nachwelt erhielt. Das Haus Samson und das Museum sind seit Anfang 2007 in die „Hilke und Fritz Wolff Stiftung“ übergegangen, die dem Erhalt des Hauses, seiner Sammlung und dem Erhalt anderer schutzwürdiger Baudenkmäler und Anlagen im Landkreis Leer verpflichtet ist. 

Text: Monika van Lengen 

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